Guten Morgen aus Kemin.
Silkroad Diaries Kyrgyzstan 2022
First time Kyrgyzstan by bike
Freitag, 2. Dezember 2022
Kemin
Donnerstag, 1. Dezember 2022
Sonntagmorgen in Bishkek
Das Apple ist in Sachen Hostel der goldene Wurf. Internationale Gäste, viel smalltalk und Erfahrungsaustausch, absolut professionell, mit angegliederter Stolovarja, einem Frunse Hypermarket um die Ecke, Avtovoksal und Marshrutka Startplatz vor der Tür und dem Osh Basar in 1km Entfernung. Für lässige 7€/bett und Frühstück.
Naja.
Sonntag, 20. November 2022
Am Tag danach
Wunden lecken, neue Planung
Mehr 10h im 10bed dorm geschlafen und fast das opulente Frühstück verpasst. 4 Alternativen stehen zur Auswahl, alle mit Ei in jeder Form und 1 Getränk, naja, für 7€/Nacht im dorm und Frühstück nicht schlechtNeed more Coffee.
Das apple ist eines dieser Großhostels, zwar bestens organisiert mit allem was der Reisende so braucht, aber hochgradig anonym und letztlich mit wenig Charme.
Danke für alle Mutmacher, ich bin ganz schön emotional durchgerüttelt,
Bishkek, das passende Bike finden
Bishkek.
Der Tag neigt sich dem Ende, eine Entscheidung ist nicht gefallen. Bevor es los geht am morgen spreche ich mit John, meinem Unterschläfer, der Ökobauer aus Cork und mit 65Jahren einige Monate auf Tour. Er erzählt, daß er für den Anstieg zur Tosor Passhöhe auf gravelroad 2 Tage gebraucht hat. Mit Übernachtung auf dem Gipfel. Nach 3Wo ist er zurück nach Bishkek und freut sich auf die Heimreise auf die grüne Insel.
Kyrgyzstan sei anders als andere Länder zuvor. Ein rauhes Land, viel härter als erwartet. Die 3 Wochen im Land haben ihm abverlangt, es hatte stellenweise nichts mehr mit Urlaub-auf-dem-Rad zu tun, war nur noch anstrengend. Keine Frage ers kommt was auf mich zu. Es läßt mich sprachlos zurück.
Montag, 14. November 2022
Was für ein epischer Fehlstart
Die Tour ist zu Ende, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat.
Zunächst läuft an diesem Morgen noch alles wie geschmiert.Viele Speichen sind viel zu locker. Meine Versuche zu zentrieren sind kläglich, so das ich das Rad von den Bremsen lösen muss. Herrjeh. Das gabs noch nie. Mehr als 40kg unter mir, mitten in der Pampas und das Hinterrad schlägt. Anfänge von Panik versuche ich zu ignorieren. Nein, Nein, Nein, Hoffentlich gibt es einen Schrauber in Kara Balta denkt es in mir, obwohl ich doch genau weiß, ausserhalb Bishkeks ist Dschungel.
Bei 14km vor Kara Balta, mitten im nix, absolute kirgisische Pampas ist Schluß. Obwohl ich noch ausrolle, weiß ich bereits es ist vorbei.
Es passiert vor einer spielenden Kinderhorde, die aufgeschreckt durch ein lauten Knall, mich umringen und mit mir sprechen wollen. Das Rad steht innert 5m. Die Schadensbegutachtung braucht keine Unterstützer mehr.
Der Umwerfer fast abgerissen, das Schaltauge durch die Gewalt nach innen auf das Ritzel gedrückt, 7Speichen herausgerissen und die Kette liegt seltsam verdreht hinter der Kassette.
Mit einem Wort: wirtschaftlicher Totalschaden.
Die Tour ist zu Ende.

Während ich mit den Tränen kämpfe versuche ich den verbogenen Umwerfer mit bloßen Fingern aus den Speichgen zu reißen, Fragmente zu entfernen und das Rad irgendwie rollbar zu machen.
All die Planungen haben sich in 5m pulverisiert. Alles vorbei.
Aber der Tag ist nicht zu Ende.








